HERAUSRAGENDES ABO-KONZERT IN STOLBERG - 29.4.06
Lebensgefühl: Brillanter Tangoabend auf Burg Stollberg
Tango-Abend voller Gefühl
Das Ensemble „tango de triosphére“ vermittelt auf der Burg jenes facettenreiche Lebensgefühl, wie es spannender und fesselnder nicht hätte sein können.
Von unserem Mitarbeiter Hans-Leo Recker.
Stolberg. Einen Tangoabend voller Emotionen zelebrierte das Ensemble „tango de triosphere“ beim 3. Abo-Konzert im Rittersaal der Burg Stolberg. Mit ihrem Programm „Consuelo Melancholie und Trost“ vermitteln Beate Schmalbrock (Flöte), Kornelia Goldstein (Trompete) und Andreas Trenk (Akkordeon) den Zuhörern die Tangomusik in ihrer ganzen Bandbreite als Ausdruck jenes facettenreichen Lebensgefühls „Tango“, wie es spannender und fesselnder nicht hätte sein können.
Eingetaucht in rot-orangefarbenem Licht schufen sie in ihrer ungewöhnlichen Besetzung das rechte Flair für eine musikalsche Reise in die leidenschaftliche und sehnsuchtsvolle Welt des Tanzes. Dementsprechend spielte das Trio ein Mix aus klassischem Tango Argentino, Tango Nuevo und moderner Tangokompositionen. Kunstvoll arrangiert von dem Akkordeonisten Andreas Trenk. Selbstverständlich nahm Astor Piazzolla mit seinen Stücken eine herausragende Stellung im Programm ein. So begann der Abend mit seinem „Novitango“. Es folgten stets im Wechsel mit Werken anderer Komponisten „Jeanne y Paul“, „Lo que vendra“, der „Libertango“, „Preparenze“,“ Baires 72“, und „Otono Porteno“. An ihnen demonstrierten die drei Musiker die hohe Kunst eines brillant aufeinander abgestimmten Zusammenspiels, geprägt von besonderer Farbigkeit und überraschender Klangkombinationen.
Beeindruckend dabei, wie sie alle klanglichen Möglichkeiten ihrer Instrumente ausschöpften, die reiche Palette unterschiedlichster Empfindungen auszudrücken, Liebe, Zärtlichkeit und Leidenschaft, Wut, Angst und Freude, Depression, Melancholie und Einsamkeit wirksam werden zu lassen.
Neben Piazzollas Titel gab es noch Kompositionen von Galliano, di Marino, Triolo und Astier zu hören sowie zwei Stücke von Alois Leenders „Consuelo“, was diesem Programm den Namen verlieh. Elegant und beschwingt mit unvergleichlicher Dynamik, zuweilen schrill und schräg und dann wieder in betörender Harmonik gab das Trio diese sehr unterschiedlichen Tangos wieder.
Dazwischen ergänzte Kornelia Goldstein mit Gedanken und Betrachtungen, die aus argentinischen Tangotexten stammten, die Interpretation dieser Musik. Und fehlen durften auch nicht die allseits bekannten Tangomelodien wie „El Choclo“ von Villoldo, „Blauer Himmel“ von Rixner, „La Cumparsita“ und das äußerst beliebte „Ole Guapa“ von Mallando. Mit deren intelligenter exquisiter Interpretation bewies das Ensemble seine gehaltvolle ausdrucksstarke Musikalität und riss damit die Zuhörer immer wieder zu Beifallsstürmen hin, die in zwei Zugaben mündeten. Ein aufregendes Konzert der starken Gefühle und Empfindungen durch ein großartig aufspielendes „tango de triosphére".